Köpenick, Deine Brücken!

Verkehr

Endlich - die Vollsperrung der Allende-Brücke konnte aufgehoben werden. Auch an anderen Brücken muss es weitergehen.

Dass Treptow-Köpenick von viel Wasser umgeben ist, macht den Bezirk erst richtig attraktiv. Die Altstadt Köpenick ist eine Insel, gleichzeitig ist sie auch ein Eingangstor aus Brandenburg zum Bezirk und zur Innenstadt. Zehntausende fahren an ihr tagtäglich vorbei - und müssen Spree und Dahme queren. Und da beginnt das Problem.

"Brücke" - das ist in Treptow-Köpenick ein Reizwort geworden. Allende-Brücke, Stromausfall, Elsenbrücke, Lange Brücke, Pyramidenbrücke, Fahlenbergbrücke, S-Bahnbrücke Köpenick - irgend etwas ist immer. Ein Lkw steckt unter einer Brücke fest, Geschwindigkeit wird wegen Brückenmängeln reduziert, Fahrspuren eingeengt, Lkw-Fahrverbot und damit Umleitung der Zigtonner durch die Wohngebiete...

Die in den achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts gebauten Brücken sind - wie sich erst später herausstellte - nicht für hundert Jahre gebaut worden und nun marode, geschweige denn von den Brücken, die tatsächlich schon ein Jahrhundert alt sind.

Berlin hatte lange kein Geld für die Infrastruktur, heute mangelt es (noch nicht wieder) zwar nicht am Geld, aber an Brückenbauingenieuren und an Koordination: man kann sich nur nach und nach die Brücken zur Sanierung vornehmen, denn zwei gleichzeitig in einer Umgebung zu bauen, macht die Verkehrssituation perfekt schwierig.

Und da ist noch eine gewissen Zurückhaltung, was den Autoverkehr betrifft: Brücken sind ja (auch) für Autos - und das ist für manch einen im Verkehrssenat gerade nicht "in". Dabei brauchen wir auch für den öffentlichen Nahverkehr so dringend die Brücken. Ideologie hat deshalb nichts zu suchen, wenn es darum geht, so schnell wie möglich und so abgestimmt wie nötig, die Brücken im Bezirk zu ertüchtigen. Wir werden in unserem Flächenbezirk auch in Zukunft nicht auf den Autoverkehr verzichten können. Dafür sind Wege zu lang und Herbst und Winter zu kalt und zu nass, um täglich zig Kilometer in die Innenstadt nur mit dem Fahrrad zu bewältigen. Wer das dennoch macht, ist gern gesehen und entlastet damit den übrigen Verkehr.

Der Senat muss mehr in die Außenstadt investieren - in Nahverkehr, aber auch in die Infrastruktur für den Autoverkehr.

 
 
 

 

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