Ein Wandelnder zwischen Ost und West – zum Tode von Alexander Longolius

Landes-SPD

Alexander Longolius bleibt – als der Mann mit dem Hund – im Rathaus Schöneberg und als Replik im Abgeordnetenhaus von Berlin. 1987 schuf der bekannte Maler Matthias Koeppel für den Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg ein mannshohes Gemälde mit dem Titel „Senatsmannschaft vor dem Gropiusbau 1987“. 

Der damalige Berliner Senat steht dabei auf einem Schutthügel. Der Martin-Gropius-Bau, der ehemalige Preußische Landtag und das frühere Reichsluftfahrtministerium sind auf dem Gemälde zu sehen – durchschnitten wird die Szenerie durch die Berliner Mauer. Neben den Mitgliedern des Senats ist auch die Opposition auf dem Gemälde vertreten: Harry Ristock, Walter Momper – und eben mit Hund Alexander Longolius als ehemaliger Vizepräsident des Berliner Abgeordnetenhauses. Die Opposition steht übrigens zwar, dem Osten weggewandt, aber ein Stück entfernt vom Schutthaufen, auf dem der schwarz-gelbe Senat platziert wurde.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Longolius auf diesem Gemälde als dritter SPD-Vertreter platziert wurde, obwohl er weder Landes- noch Fraktionsvorsitzender und nicht mehr Vizepräsident des Abgeordnetenhauses war. Longolius war hoch geschätzt – nicht wenige trauten ihm auch das Amt des Regierenden Bürgermeisters zu, jedoch unterlag er bei der Nominierung für die Berliner Wahlen 1985 dem Hamburger Hans Apel. Die Wahl ging für die SPD übrigens krachend verloren.

Das war aber nicht der entscheidende Punkt im Leben von Alexander Longolius. Er wurde 1935 in Berlin geboren, arbeitete nach seinem Studium der Politologie, Geschichte und Anglistik viele Jahre im Schuldienst und in der politischen Bildung. 1963 trat er in die SPD ein, ab 1973 war er im Berliner Landesvorstand. 1975 wurde er erstmals in Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. 1981 war Longolius kurzzeitig Fraktionsvorsitzender der SPD und wechselte dann in das Amt des Vizepräsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses. Für die Wahl zum Abgeordnetenhaus 1988 stellte ihn die SPD Charlottenburg nicht mehr auf. Es war aber nur kurz eine politische Pause – und nur eine Unterbrechung des Mandats, denn er engagierte sich weiter politisch: als Geschäftsführer der Initiative Berlin-USA. Die Pflege der Beziehungen zu den USA waren ihm Zeit seines Lebens ein Herzensanliegen – ebenfalls ein Kapitel seines Wandels zwischen Ost und West.

1990 gelang ihm erneut der Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus. Er gewann den Wahlkreis 3 in Köpenick direkt für die SPD. Seitdem ist Alexander Longolius eng mit der SPD Köpenick und Treptow-Köpenick verbunden, der auch noch in den letzten Jahren ein gern gesehener Gast bei Veranstaltungen der Partei war. Er hat wesentlich am Aufbau der Partei in unserem Bezirk mitgewirkt, hat den Bezirk professionell und in seiner ruhigen Art gelassen im Berliner Landesparlament vertreten. Viele schätzten seine Gespräche mit ihm. In dieser Zeit ist er einer von uns geworden – ein Köpenicker, obwohl er immer noch wandelte zwischen Ost und West. Bis 1995 blieb er im Berliner Abgeordnetenhaus, bevor er sich dann aus dem aktiven politischen Leben eines Mandatsträgers verabschiedete. Am 31. Januar 2016 verstarb Alexander Longolius. Die SPD Treptow-Köpenick verliert einen großen Berater, Wegbegleiter in die demokratischen Strukturen Berlins und einen großartigen Menschen. Und so bleibt mehr als ein wegweisendes Gemälde von Alexander Longolius.

 
 
 

 

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