Nichts kommt von selbst

Kultur

"Wider die Worthülse" - Ausstellungseröffnung in der Galerie "Kunst trifft Politik"

„Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer“, sagte Willy Brandt auf dem Kongress der Sozialistischen Internationale am 15. September 1992. Brandt, selbst schwer krank, ließ sein Rede von Hans-Jochen Vogel verlesen. Das nimmt nicht die Kraft, die in den Worten Willy Brandts stecken. Brandt war ein Politiker, der durch Wort und Tat zu überzeugen wusste. Noch heute schwärmen diejenigen, die Willy Brandt einmal selbst reden gehört haben, von diesem Erlebnis.

Das 150-jährige Parteijubiläum nahm die AG Kultur der SPD Treptow-Köpenick zum Anlass, die Worte Willy Brandts künstlerisch in den Mittelpunkt zu stellen. Ausgangspunkt war eine Lesung des früheren Bezirksbürgermeisters Klaus Ulbricht, der aus Reden und Vorträgen Willy Brandts einen Abend gestaltete, der viele ergriffen hatte. Aus dem umfangreichen Zitateschatz von Willy Brandt wurde eine Auswahl den Mitgliedern der SPD Treptow-Köpenick zur Abstimmung gestellt. Die Mitglieder sollten die Ausstellung mitgestalten dürfen. Mit welchen Worten wirkt Willy Brandt heute noch? Ist und bleibt Willy Brandt aktuell? Schnell wurde klar: Ja – Brandts Reden hallen nach und geben noch heute Orientierung. Insgesamt 25 Zitate wurden im Internet vorgestellt und konnten von den Mitgliedern bewertet werden. Die Zitate mit den meisten Stimmen sollten künstlerisch gestaltet und ausgestellt werden. Dank des Innovationsfonds des SPD-Parteivorstandes und der Spendenbereitschaft von Mitgliedern konnten sechs künstlerische Plakate gestaltet werden. Die kleine Ausstellung wurde dank der Willy-Brandt-Stiftung durch zahlreiche Fototafeln aus dem Leben Willy-Brandts unterstützt. Die Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützte bei der Fotosuche für die Kunstplakate.
Der Grafiker und Künstler Ulrich Stulpe (Jahrgang 1946) gestaltete die Zitate mit einem behutsamen Zusammenwirken moderner SPD-Farben, historischer Brandt-Fotos und gelungener Hervorhebungen zu einer Form von Polit-Kunst, die bei der Ausstellungseröffnung begeisterte. Die Ausstellung in der Galerie „Kunst trifft Politik“ im SPD-Kreisbüro Treptow-Köpenick in der Grünauer Straße 8 (Köllnische Vorstadt) läuft bis Juni und steht danach als Wanderausstellung auch anderen SPD-Gliederungen und weiteren Institutionen zur Verfügung. Die Ausstellung unter dem Motto „Wider die Worthülse“ soll durch weitere künstlerisch zu gestaltende Zitate erweitert werden. Hierfür werden weitere Spenden gesucht.
Die Abstimmung über die Brandt-Zitate hatte das eingangs erwähnte Zitat gewonnen. Es zeigt auch, dass sich Brandt nicht auf drei, vier Worte reduzieren lässt. Vollständig lautet es: „Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“ Das gilt. Und: das bleibt.

 
 
 

 

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