Ein Strandbad - kein Luftschloss

Bezirk

Auch der Eingangsbereich des Strandbades wird nach historischem Vorbild restauriert werden.

Ein weiterer Schritt zur Sanierung des Strandbades Müggelsees wird gemacht. Nach der Renaturierung der Uferkante steht derzeit der Abriss des seit Jahren leerstehenden ehemaligen Disco-Würfels an. Dieser Abriss hat zu einigen Diskussionen geführt, wird doch behauptet, man könnte an dieser Stelle ein Wellness-Gebäude mit Schwimmbad und Sauna errichten.

Doch dem steht das Baurecht entgegen. In der Bauverbotszone und nach jahrelangem Leerstand ist der Bestandsschutz in der Trinkwasserschutzzone entfallen. Aber nicht nur das. Über den Leerstand hat sich die Bausubstanz deutlich verschlechtert, Schadstoffe prägen den Würfel. Das Bezirksamt hat den Sanierungsaufwand mit mehreren Millionen Euro geschätzt. „Auch wenn das Baurecht dort einen Neubau ermöglichen würde, was es nicht tut, würde der Sanierungsaufwand bedeuten, dass an dieser Stelle nur ein hochkommerzielles Projekt umsetzbar wäre – wenn überhaupt. Ein Luxusbad als Luftschloss schwebt mir aber nicht vor“, sagte Bezirksbürgermeister Oliver Igel. Weder für einen Umbau des Gebäudes noch für einen Neubau würde es aus planungsrechtlichen Gründen eine Genehmigung geben. „Wir haben als Alternative nur, das Gebäude im jetzigen Zustand zu erhalten. Diesen verfallenen Bau weiterhin der Öffentlichkeit zu präsentieren, während daneben das Strandbad denkmalgerecht wieder hergerichtet wird, kann nicht ernsthaft Wille sein“, sagte Bezirksbürgermeister Igel. Vor einigen Jahren gab es noch ein Nutzungskonzept, doch seit 2012 hat kein Investor mehr eine Idee vorgestellt oder war für die Umsetzung solide. Nun ist der Bestandsschutz gefallen. Das Strandbadareal kann aber mit Mitteln des Bundes und des Landes saniert werden. Dafür hat der Bundestagsabgeordnete Matthias Schmidt die Grundlage gelegt. „Mit der denkmalgerechten Sanierung kann das Objekt endlich ganzjährig genutzt werden und auch das Saunagebäude kann besser genutzt werden. Damit ist endlich nicht mehr im Herbst Schluss mit Leben im Strandbad Müggelsee“, sagte Bezirksbürgermeister Oliver Igel. Die Pächter des Strandbades, die wegen fehlender Heizung bisher nur einige Monate im Jahr im Strandbad Angebote unterbreiten konnten, haben Interesse, künftig das ganze Jahr über im Strandbad präsent zu sein. Das besondere Areal wird so entwickelt, dass es den Interessen einer breiten Bevölkerungsschicht zu Gute kommen wird – nicht nur denen, die es sich leisten können. „Hier soll es Möglichkeiten geben, insbesondere für sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche, Alleinerziehende mit Kindern, und für Seniorinnen und Senioren nicht nur ihre Freizeit zu verbringen, sondern vor allem Erholung mitten in Berlin zu finden“, sagte Igel. Eine wesentliche Rolle wird auch die Einbindung des Standortes in Konzepte des Fahrradtourismus und der E-Mobilität spielen. Hierzu gehören Angebote wie Übernachtung und Fahrradinfrastruktur (Ladeinfrastruktur).

Für alle diese Nutzungen ist der Standort des Strandbades Müggelsee prädestiniert. Bereits wurde der Zeitplan für die Erstellung des Sanierungskonzeptes, der Planung und der Sanierung veröffentlicht und zudem die weiteren Schritte der Bürgerbeteiligung genannt. Dazu gehört die Zusage, dass das Sanierungskonzept öffentlich vorgestellt und diskutiert wird. Mit der verbindlichen Förderzusage des Bundes, die erst nach Prüfung der Bauplanungsunterlage erfolgen wird, wird der Bezirk mit der Vorbereitung eines Interessenbekundungsverfahrens für das Strandbadareal beginnen. „Das Strandbad soll und muss Strandbad bleiben. Von Luftschlössern haben wir schon genug gehört. Hier geht es darum, ein Strandbad für die Breite der Bevölkerung zu erhalten und die Infrastruktur zu modernisieren“, sagte Bezirksbürgermeister Oliver Igel.

 
 
 

 

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